Die Osteopathie ist eine integrative Medizin und lässt sich auch mit anderen medizinisch-therapeutischen Fachrichtungen gut kombinieren. Sie gründet sich zum einen wie die Schulmedizin ebenfalls auf medizinische Wissenschaften, hat auf der anderen Seite ein ganzheitliches Verständnis für andere alternative Heilmethoden.
In der Osteopathie wird sowohl ein heilender (curativer) wie auch unterstützender, begleitender (adjuvanter) Therapieansatz verfolgt: Ein wichtiger Bereich ist auch die Prävention (Vorbeugung).
Auch wenn das osteopathische Prinzip für alle Altersstufen gleichermaßen gilt, ist die Behandlung von Kindern besonders nützlich. Das große Entwicklungspotential lässt Kinder oft sehr zügig auf die Behandlung reagieren. Zwischen Geburt und Pubertät liegt das größte Entwicklungspotential des menschlichen Lebens. In dieser Wachstumszeit werden große anatomische, physiologische und psychische Veränderungen als eine Art Bewegung vollzogen, welche die Osteopathie stützen und deren Störungen behandeln kann. Damit kann man auch zu dieser Zeit am besten verhindern, dass frühe kleine Störungen sich über lange Zeit zu großen Effekten auswachsen.
Bei einer Geburt wird der Kopf des Kindes so zusammen gedrückt, dass die Schädelknochen übereinander geschoben werden können. An diesen Schnittstellen liegend aber wichtige Blutbahnen. Wenn die Geburt nicht ihre natürliche Dynamik entfalten kann, könnte der Druck mit dem anschließenden Rebound – dem Entfalten der Schädelknochen in ihre physiologische (gesunde) Lage gestört sein. Dadurch ist eine beeinträchtigte Funktion der Blutgefäße oder des eingeengten Gehirns vorstellbar.
Dies kann sofortige Folgen für den Säugling haben, zum Beispiel in Form von übermäßigen Schreien, Blähungen und schmerzhaften Koliken, Einschränkungen bei Saugen und Schlucken, schwallartiges Spucken, Ein- und Durchschlafstörungen. Vielleicht kann der Organismus es auch vorerst gut ausgleichen und es zeigen sich erst Jahre oder Jahrzehnte später funktionelle Störungen oder Entwicklungsstörungen des Kindes. Auch die Entstehung bestimmter Erkrankungen kann durch solche Beeinträchtigungen möglicherweise begünstigt werden. Zum Beispiel wiederkehrende Infekte der oberen Atemwege trotz Antibiose, Mittelohrentzündungen oder Allergien, Asthma.
Die Osteopathie ist durch ihr sanftes und angepasstes Vorgehen eine gute und angenehme Behandlungsmethode für Kinder. Sie ermöglicht die Vorbeugung von Beschwerden und damit die individuell beste Entwicklung ihres Kindes ohne Medikamente.
Aber auch im hohen Alter und bis zum Tod wirken noch Regenerationskräfte im Körper, die sich in der osteopathischen Behandlung nutzen lassen. Das Ziel des Erhaltes der Lebensqualität ist oft wichtiger als die unbedingte Heilung von Erkrankungen. So können trotz unveränderlicher struktureller Befunde, wie zum Beispiel einem irreversiblen Verschleiß, Linderung von Schmerzen erreicht und ein erneutes Wohlgefühl etabliert werden. Der beste Weg liegt oft in der Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachdisziplinen.
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