Die Osteopathie ist eine integrative Medizin und lässt sich auch mit anderen medizinsich-therapeutischen Fachrichtungen gut kombinieren. Sie gründet sich zum einen wie die Schulmedizin ebenfalls auf medizinische Wissenschaften, hat auf der anderen Seite ein ganzheitliches Verständnis für andere alternative Heilmethoden.
Dr. Andrew T. Still, ein amerikanischer Arzt, entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts die Osteopathie, eine Richtung der manuellen Medizin und stellte sie 1874 erstmals universitär vor. Die Osteopathie wurde u.a. von William Sutherland D.O. weiterentwickelt. Die Methode basiert auf den medizinischen Wissenschaften. Es gibt ein sehr umfassendes Repertoire an osteopathischen Techniken. Doch einzelne osteopathische oder manualmedizinischen Techniken kennzeichnen noch keine osteopathische Behandlung. Eine osteopathische Behandlung ist mit zum Teil sehr einfachen Techniken sehr komplex zu einer Einheit aufgebaut.
Dies erfordert eine qualitativ gute und umfassende osteopathische Ausbildung, welche gemäß der DÄGO (Deutsche Ärztegesellschaft für Osteopathie) in Deutschland 5 Jahre bzw. etwa 1350 Stunden dauert. Unumgänglich ist hierfür eine medizinische Vorbildung (Arzt, Physiotherapeut, Heilpraktiker). Da es in Deutschland keine gesetzliche Regelung für die Osteopathie gibt, gibt es teilweise große Unterschiede in Zeit und Umfang einer Ausbildung. Jeder Patient muss selbst überprüfen, welche Qualifikation sein Osteopath erworben hat.
In der Osteopathie nutzt man den Körper als umfassend vernetztes Steuer- und Regelsystem. Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, Funktions- und Bewegungseinschränkungen zu beseitigen. Der Osteopath erkennt in allen Funktionsabläufen des Organismus einen Bewegungsausdruck. Diese Funktionsabläufe sind beispielsweise: Bewegungsfreiheit der Gelenke, Atmung, Schlaf- und Wachrhythmus, Blutkreislauf und lymphatisches System, Anspannung und Entspannung der Muskulatur, Aufnahme und Verdauung von Nahrung und bioelektrische Weiterleitung von Signalen. Alle Systeme funktionieren in wechselseitiger Abhängigkeit mit den Steuerungssystemen, dem Nerven- und Hormonsystem. Um diese Funktionen im Gleichgewicht konstant zu halten ist Bewegung oder Beweglichkeit aller Strukturen im Körper notwendig. Für die Vitalität von Gewebe ist Bewegung essentiell. Der Osteopath wirkt auf die essentiellen Bewegungen ein.
Manche Körperteile kann man nicht direkt anfassen, aber dennoch bewegen, da der ganze Körper z.B. über das Bindegewebe verbunden ist. Mit dem Wissen um die normalen Bewegungsachsen und Übung des Fühlens kann man Bewegungen von benachbarten Körperteilen erkennen und analysieren, auch wenn man sie nicht direkt anfasst. Dies ist manchmal ebenso erstaunlich wie einfach – ein ganz normaler Vorgang.
Da die inneren Bewegungen des Organismus natürlicherweise immer stattfinden (Physiologie), kann der Osteopath schon durch ein leichtes, angemessenes Festhalten oder leichten Schub wichtige Funktionen und Bewegungen beeinflussen. Damit wird der Körper zum autoregulativen Regenerationsprozess (Selbstheilungsprozess) geführt. So kann der menschliche Körper mit all seinen Funktionskreisläufen in seinem natürlichen Gleichgewicht funktionieren und gesunden.
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